
Ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel – Prüfung nach DGUV Vorschrift 3/4 und DGUV Information 203-070

Ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel – also z. B. Handwerkzeuge, Bürogeräte, Verlängerungsleitungen oder Ladegeräte – werden im Alltag stark beansprucht. Damit von ihnen keine Gefahr für Menschen und Anlagen ausgeht, sind wiederkehrende Prüfungen vorgeschrieben. Auf dieser Seite fassen wir die wichtigsten Inhalte der DGUV Vorschriften 3/4 und der DGUV Information 203-070 zusammen und zeigen, wie SENORTEC Sie bei der Organisation und Durchführung dieser Prüfungen unterstützt.
Hinweis: Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind immer die Originaltexte der DGUV Vorschriften, der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), der Technischen Regeln (TRBS) sowie der einschlägigen VDE-Bestimmungen.
Welche ortsveränderlichen elektrischen Arbeitsmittel prüfen wir?
- Wir prüfen ein breites Spektrum ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, zum Beispiel:
- Handgehaltene Elektrowerkzeuge (Bohrmaschinen, Winkelschleifer, Stichsägen)
- Verlängerungsleitungen, Leitungsroller, Tischsteckdosen
- Büro- und IT-Geräte (PC, Monitor, Drucker, Kopierer, Netzteile)
- Geräte der Unterhaltungselektronik und Informationstechnik
- Motor- und Wärmegeräte (Heizlüfter, Lötkolben, Heißluftgeräte)
- Netz- und Ladegeräte, Kleinspannungsquellen
Nicht Thema dieser Seite sind Baumaschinenprüfungen – dafür gibt es eine eigene Seite im Menü.
Im Fokus stehen alle ortsveränderlichen elektrischen Arbeitsmittel, die im Alltag bewegt werden und währenddessen am Netz angeschlossen sind. Für ortsfeste Anlagen und Baumaschinen gelten eigene Prüfkonzepte, die wir separat darstellen.
Was sind ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel?
Ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel sind gebrauchsfertige elektrische Geräte, die während des Betriebs bewegt werden oder leicht von einem Platz zum anderen gebracht werden können, während sie mit dem Versorgungsstromkreis verbunden sind (vgl. DGUV Information 203-070, DIN VDE 0100-200).
Typische Beispiele:
- Handgehaltene Elektrowerkzeuge (Bohrmaschinen, Winkelschleifer, Stichsägen)
- Motor- und Wärmegeräte (Heizlüfter, Lötkolben, Heißluftgeräte)
- Büro- und IT-Geräte (PC, Monitor, Drucker, Kopierer, Netzteile)
- Geräte der Unterhaltungselektronik und Informationstechnik
- Verlängerungsleitungen, Leitungsroller, Tischsteckdosen
- Netz- und Ladegeräte, Kleinspannungsquellen
Abgrenzung:
- Ortsfeste elektrische Arbeitsmittel sind fest angebracht oder aufgrund Masse/Fehlen einer Tragevorrichtung nicht leicht bewegbar (z. B. Ständerbohrmaschinen, Hebebühnen). Für sie gelten eigene Prüfkonzepte.
Prüfung nach Betriebssicherheitsverordnung
Nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist der Arbeitgeber verpflichtet, Arbeitsmittel, von denen Gefährdungen ausgehen können, regelmäßig durch befähigte Personen prüfen zu lassen. Grundlage hierfür ist die Gefährdungsbeurteilung, in der Sie als Unternehmer die Art, den Umfang und die Fristen der wiederkehrenden Prüfungen festlegen. Bitte beachten Sie, dass es keine starren gesetzlichen Fristen gibt – die Prüffrist muss stets an die reale Beanspruchung und die Einsatzbedingungen Ihrer Maschinen angepasst werden.
Wir unterstützen Sie bei der Ableitung sinnvoller Prüfintervalle basierend auf Ihrer individuellen Gefährdungsbeurteilung.
Rechtliche Grundlagen und Ziel der Prüfungen
Die wiederkehrende Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel stützt sich u. a. auf:
- DGUV Vorschriften 3 und 4 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (ehem. BGV/GUV-V A3)
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
- TRBS 1201 „Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“
- DGUV Information 203-070 „Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel – Fachwissen für Prüfpersonen“
- DGUV Information 203-071 „… – Organisation durch den Unternehmer“
- einschlägige VDE-Bestimmungen (z. B. DIN VDE 0105-100, DIN VDE 0701-0702)
Ziel der Prüfungen ist es, den ordnungsgemäßen Zustand der Arbeitsmittel sicherzustellen und elektrische Gefährdungen (z. B. Stromschlag, Brand) frühzeitig zu erkennen. Die Prüfungen sind Teil der vorbeugenden Instandhaltung.
- Begriffe und Rollen (Auszug)
Wichtige Begriffe nach DGUV Information 203-070:
- Arbeitsmittel: Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen, die für die Arbeit verwendet werden.
- Ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel: siehe oben – bewegliche, im Betrieb angeschlossene Geräte.
- Elektrofachkraft: Person mit fachlicher Ausbildung, Kenntnissen, Erfahrung und Kenntnis der einschlägigen Bestimmungen, die übertragene Arbeiten beurteilen und Gefahren erkennen kann.
- Zur Prüfung befähigte Person: Elektrofachkraft mit einschlägiger Berufserfahrung und zeitnaher Tätigkeit, die die Fachkenntnisse zur Prüfung von Arbeitsmitteln besitzt (vgl. TRBS 1203, DGUV Information 203-071).
- Elektrotechnisch unterwiesene Person: durch eine Elektrofachkraft unterrichtete Person, die einfache, klar definierte Tätigkeiten ausführen darf.
Wichtig: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel dürfen nur von zur Prüfung befähigten Personen durchgeführt werden.
- Schutzklassen und ihre Bedeutung für die Prüfung
Vor jeder Prüfung ist die Schutzklasse des Arbeitsmittels festzustellen, da hiervon der Prüfumfang abhängt (vgl. DGUV Information 203-070, Abschnitt 3.2):
- Schutzklasse I (SK I)
- Berührbare leitfähige Teile sind mit dem Schutzleiter verbunden.
- Personenschutz erfolgt über den Schutzleiter und die Schutzmaßnahme der Anlage.
- Typisch: viele Metallgehäuse-Geräte mit Schutzkontaktstecker.
- Schutzklasse II (SK II)
- Schutz durch doppelte oder verstärkte Isolierung.
- Kein Anschluss der berührbaren Teile an den Schutzleiter.
- Gekennzeichnet durch das Symbol mit dem doppelten Quadrat.
- Typisch: viele Handwerkzeuge, Kunststoffgehäuse-Geräte.
- Schutzklasse III (SK III)
- Versorgung ausschließlich mit Schutzkleinspannung SELV (z. B. 24 V AC, 42 V AC, ≤ 60 V DC).
- Geräte sind mit dem Symbol für Schutzkleinspannung gekennzeichnet.
Die Schutzklasse bestimmt u. a., ob ein Schutzleiterwiderstand zu messen ist und welche Grenzwerte für Isolations- und Ableitströme gelten.
Dokumentation der Prüfung
Jede Prüfung wird detailliert protokolliert. Die Dokumentation umfasst den Zustand der Maschine, festgestellte Mängel sowie eine abschließende Beurteilung der Betriebssicherheit. Diese Prüfdokumentation ist Ihr maßgeblicher Nachweis gegenüber Berufsgenossenschaften und Versicherungen im Schadensfall. Wir übergeben Ihnen alle Unterlagen in strukturierter Form für Ihre internen Akten.
Typische Messgrößen und Grenzwerte (ortsveränderliche Arbeitsmittel)
Bei der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel werden u. a. folgende Größen gemessen (vereinfacht nach DGUV Information 203-070 und den einschlägigen VDE-Normen):
- Schutzleiterwiderstand (Schutzklasse I)
- Leitungen bis 5 m und ≤ 16 A: ≤ 0,3 Ω
- Längere Leitungen: Zuschlag je 7,5 m, maximal 1 Ω
- Isolationswiderstand
- SK I allgemein: ≥ 1 MΩ
- SK I mit Heizelementen: ≥ 0,3 MΩ (bei zusätzlicher Ableitstromprüfung)
- SK II: ≥ 2 MΩ
- SELV/PELV-Stromkreise: ≥ 0,25 MΩ
- Schutzleiterstrom
- In der Regel ≤ 3,5 mA
- Bei Geräten mit Heizelementen > 3,5 kW: 1 mA/kW, max. 10 mA
- Berührungsstrom
- ≤ 0,5 mA an berührbaren leitfähigen Teilen ohne Schutzleiterverbindung
Diese Werte dienen als Orientierung. Verbindlich sind immer die Originalvorschriften und Produktnormen.

Prüfung direkt bei Ihnen vor Ort
Unser Service kommt zu Ihnen. Wir führen die Prüfungen direkt auf Ihren Baustellen oder Ihrem Betriebshof durch. Dies reduziert teure Transportzeiten und minimiert die Stillstandszeiten Ihrer Flotte erheblich. Sie können die Maschinen nach der Prüfung oft unmittelbar wieder in den Arbeitsprozess integrieren.
Für wen ist unser Prüfservice gedacht?

Klare Dokumentation statt Papierchaos
Wir setzen auf moderne Strukturen. Durch unsere digitale Maschinen- und Prüfmittelverwaltung behalten Sie stets den Überblick über anstehende Termine und historische Berichte. Gerne integrieren wir die Ergebnisse in Ihre bestehenden Systeme für maximale Transparenz.
Organisation, Dokumentation und Kennzeichnung
Für eine rechtssichere und praxisgerechte Umsetzung sind u. a. folgende Punkte wichtig:
- Klare Verantwortlichkeiten
- Benennung einer zur Prüfung befähigten Person.
- Festlegung von Zuständigkeiten für Planung, Durchführung und Nachverfolgung.
- Geräteerfassung und Kennzeichnung
- Inventarisierung aller ortsveränderlichen elektrischen Arbeitsmittel.
- Eindeutige Identifikation (z. B. Inventarnummer, Barcode, RFID).
- Kennzeichnung des Prüfstatus (z. B. Prüfplakette mit nächstem Prüftermin).
- Prüfprotokolle
- Dokumentation von: Gerätedaten, Einsatzort, Datum, Prüfumfang, Messwerten, Ergebnis, Prüfer.
- Möglichkeit zum Vergleich von Messwerten über mehrere Prüfzyklen.
- Einbindung in die Gefährdungsbeurteilung
- Berücksichtigung der Prüfergebnisse bei der Bewertung von Arbeitsplätzen und Tätigkeiten.
- Anpassung von Prüffristen und Maßnahmen bei Auffälligkeiten.
Wie SENORTEC Sie bei der Prüfung ortsveränderlicher Arbeitsmittel unterstützt
SENORTEC bietet Ihnen im Bereich ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel u. a. folgende Leistungen:
- Bestandsaufnahme und Strukturierung
- Erfassung Ihrer ortsveränderlichen Arbeitsmittel nach Bereichen und Einsatzbedingungen.
- Unterstützung bei der Kategorisierung (z. B. nach DGUV Information 203-005, K1/K2).
- Planung und Durchführung der Prüfungen
- Durchführung wiederkehrender Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3/4, DGUV Information 203-070 und den einschlägigen VDE-Bestimmungen.
- Einsatz geeigneter Mess- und Prüfgeräte, fachgerechte Bewertung der Ergebnisse.
- Dokumentation und Nachverfolgung
- Erstellung vollständiger Prüfprotokolle und Kennzeichnung der Geräte.
- Unterstützung bei der Festlegung und Optimierung von Prüffristen.
- Beratung und Schulung
- Unterstützung bei der Organisation durch den Unternehmer (in Anlehnung an DGUV Information 203-071).
- Schulung von Mitarbeitern im sicheren Umgang mit elektrischen Arbeitsmitteln und in der Sichtprüfung vor Benutzung.
Hinweis: Die konkrete Ausgestaltung unseres Leistungsumfangs stimmen wir individuell mit Ihnen ab – immer auf Basis der geltenden Vorschriften und Normen.
Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel
Senden Sie uns gerne vorab eine Liste Ihrer Maschinen (Hersteller, Typ, Baujahr, letztes Prüfdatum) zu, damit wir Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot erstellen können.
SENORTEC – TECHNIK · LÖSUNGEN · ZUKUNFT
Baumaschinen-Prüfservice – zuverlässig, nachvollziehbar und praxisnah.